Eine gute Handwerker-Website braucht im Kern acht Seitentypen: Startseite, Leistungsseiten, Einsatzgebiet, Referenzen und Projektberichte, Über uns mit Team, Karriere, FAQ und Kontakt. Dazu kommen die Pflichtseiten Impressum und Datenschutz. Alles andere ist optional. Ein Blog, ein Instagram-Feed oder ein Stellenportal ersetzt keine einzige dieser Seiten, und jede Seite hat genau eine Hauptaufgabe.

Die meisten schwachen Handwerker-Websites sind nicht zu klein. Sie sind falsch sortiert. Auf der Startseite stehen vier Gewerke in einem Absatz, das Einsatzgebiet fehlt, Referenzen bestehen aus drei Galerien ohne Beschreibung, und eine Karriereseite gibt es nicht, obwohl Bewerber dieselbe Website besuchen wie Kunden. Genau diese Sortierung korrigierst du mit einem Musteraufbau. Die folgende Anleitung zeigt, welche Inhalte auf welche Seite gehören, welche Inhalte du weglassen kannst und wie du deine Struktur in 30 Minuten selbst prüfst.

StartseiteEmpfang: wer, was, wo und der nächste Schritt
LeistungsseitenEine Seite pro Auftragstyp mit eigenem Ablauf
EinsatzgebietEhrliche Region mit Orten und Grenzen
ReferenzenProjektberichte als Beleg statt Behauptung
Über uns und TeamGesichter, Meisterbrief, Betriebsgeschichte
KarriereStellen, Ausbildung und Bewerbungsweg
FAQEchte Kundenfragen mit ehrlichen Antworten
KontaktKürzester Weg zur Anfrage mit Erwartungen

Der Musteraufbau: acht Seitentypen, zwei Zielgruppen

Deine Website hat zwei Zielgruppen, die im selben Moment verschiedene Fragen stellen. Ein Kunde will wissen, ob du sein Problem löst, in seiner Region arbeitest und was der nächste Schritt ist. Ein Bewerber will wissen, wer du bist, wie der Arbeitsalltag aussieht und wie er sich meldet. Eine Struktur, die beide Gruppen bedient, braucht deshalb eigene Seiten. Eine Startseite, die alles gleichzeitig erklären soll, erklärt am Ende nichts richtig.

Der Musteraufbau folgt einer einfachen Arbeitsteilung. Die Startseite empfängt und verteilt. Die Leistungsseiten überzeugen im Detail. Das Einsatzgebiet klärt die Region. Referenzen belegen die Arbeit. Über uns und Team bauen Vertrauen auf. Die Karriereseite beantwortet Bewerberfragen. Die FAQ fängt wiederkehrende Zweifel ab. Der Kontakt verwandelt Interesse in eine Anfrage. Jede dieser Seiten kann und soll auch allein funktionieren, weil Besucher von Google oft direkt auf einer Unterseite landen.

Diese Arbeitsteilung ist keine Geschmacksfrage. Google empfiehlt, eine Website logisch anzuordnen, damit Suchmaschinen und Menschen verstehen, wie die Seiten zusammenpassen, und rät zu beschreibenden URLs sowie gruppierten Themenbereichen. Quelle: Google Search Central, SEO Starter Guide. Der Titel jeder Seite soll einzigartig, klar und prägnant sein und den Inhalt genau beschreiben, damit jemand in der Suche entscheiden kann, ob das Ergebnis passt. Auch das funktioniert nur, wenn hinter jedem Titel eine Seite mit einer eigenen Aufgabe steht.

Zweitens zählt Substanz mehr als Umfang. Google stellt klar, dass es keine minimale oder maximale Wortzahl gibt, Inhalte aber leicht lesbar, gut strukturiert, einzigartig und aktuell sein sollen. Nicht mehr relevante Inhalte darf man löschen. Quelle: Google Search Central, SEO Starter Guide. Für dich heißt das: Acht durchdachte Seiten schlagen dreißig dünne. Beginne nie mit der Frage „Wie viele Seiten brauchen wir?“, sondern mit der Frage „Welche Aufträge wollen wir gewinnen und wer soll uns finden?“

Startseite: der Empfang deines Betriebs

Die Startseite ist der Empfang, nicht das Lager. Ihr Job ist es, in der ersten Bildschirmhöhe vier Fragen zu beantworten: Welches Gewerk und welche Hauptleistung bietst du an? Für welche Art von Aufträgen bist du der richtige Betrieb? In welcher Region arbeitest du? Und wie nimmt jemand Kontakt auf? Wer für diese vier Fragen scrollen oder raten muss, verliert Besucher, die zurück zur Suche gehen.

Im sichtbaren Einstieg der Website von Dachdecker Reblitz sind Gewerk, Regionalbezug und der Weg zur Anfrage direkt miteinander verbunden. Genau diese Kombination aus Leistung, Region und nächstem Schritt gehört nach oben, ganz gleich wie deine Startseite im Detail aussieht.

Der Einstieg muss vier Fragen beantworten
  • Was? Gewerk und wichtigste Leistung.
  • Für wen? Die Aufträge und Kunden, die zu deinem Betrieb passen.
  • Wo? Dein tatsächliches Einsatzgebiet.
  • Wie weiter? Ein klarer Weg zu Anruf oder Anfrage.

Danach verteilt die Startseite. Drei bis vier Einstiege führen zu deinen wichtigsten Leistungsseiten, nicht zu einer Liste aller Untermenüpunkte. Ein kurzer Vertrauensblock nennt Betriebsjahre, Teamstärke oder besondere Qualifikationen, ohne zu schwafeln. Ein Auszug von zwei oder drei Referenzen macht Lust auf mehr, und der Rest liegt eine Klick tiefer. Die Startseite ist auch der Ort für die Kernbotschaft, warum jemand ausgerechnet dich beauftragen soll, am besten als ein konkreter Satz statt dreier Worthülsen.

Was die Startseite nicht sein muss: eine Selbstbiografie, eine Sammlung aller Zertifikate oder ein News-Archiv. „Qualität aus Meisterhand“ steht auf tausend Websites und entscheidet nichts. Konkret entscheidet: „Badsanierungen in Bestandsbädern in Lübeck und Ostholstein, Koordination mit allen Gewerken, Planung in 3D vorab“ oder ähnlich präzise Aussagen. Google rät außerdem, bei Titeln und Überschriften die Suchbegriffe zu erwarten, die deine Nutzer tatsächlich verwenden, statt Firmensprache zu wiederholen. Quelle: Google Search Central, SEO Starter Guide. Wer nach „Dachdecker Notdienst Eutin“ sucht, soll auf deiner Seite sofort erkennen, ob er hier richtig ist.

Leistungsseiten: eine Seite pro Auftragstyp

Der häufigste Strukturfehler ist die Sammelseite. „Leistungen“ als eine einzelne Seite mit neun Gewerken in Stichpunkten. Das Problem: Ein Kunde mit einem konkreten Auftrag findet seine Situation nicht wieder, und Google kann die Seite keiner klaren Suchintention zuordnen. Ein Besucher, der eine Neueindeckung seines Satteldachs plant, hat andere Fragen als jemand mit einem undichten Flachdach. Trenne deshalb Auftragstypen mit deutlich verschiedenen Fragen in eigene Seiten.

Eine Leistungsseite ist vollständig, wenn diese Bausteine besetzt sind:

1. LeistungWelche konkrete Arbeit wird angeboten?
2. ZielgruppeFür welche Gebäude, Situationen, Aufträge?
3. AblaufVom Erstkontakt bis zur Abnahme in Schritten
4. RegionWo wird diese Leistung erbracht?
5. BelegeEin bis drei passende Projekte mit Bild
6. FragenDie drei häufigsten Kundenfragen zu dieser Leistung
7. SchrittAnruf, Formular oder Termin als klare Handlung

Der Ablaufblock verdient besondere Aufmerksamkeit. Kunden fürchten im Handwerk vor allem zwei Dinge: unklare Preise und unerwartete Abläufe. Beschreibe deshalb, was nach der Anfrage passiert: Wer meldet sich? Findet eine Begehung statt? Wie entsteht das Angebot? Was muss der Kunde vorbereiten? Eine ehrliche Beschreibung sortiert unpassende Anfragen früh aus und nimmt ernsthaften Interessenten die Unsicherheit.

Bei Kostenangaben gilt: Nenne keine Preise, die du nicht im Einzelfall verantworten kannst. Ein grober Rahmen mit klaren Bedingungen ist besser als ein Online-Rechner, der falsche Erwartungen weckt. Wer keine Preise nennen will, kann immerhin die Kostentreiber erklären: Gebäudealter, Zugang, Entsorgung, Material. Auch das ist Mehrwert, weil es zeigt, dass du die Arbeit wirklich kennst. Google bewertet Inhalte danach, ob sie erkennbar auf erster Hand beruhen und Fachkompetenz belegen. Quelle: Google Search Central, hilfreiche Inhalte.

Wie viele Leistungsseiten sind richtig? So viele wie du mit Substanz füllen kannst, und nicht mehr. Nimm dein Auftragsbuch der letzten zwei Jahre und zähle, welche Auftragstypen Ertrag und Freude bringen. Daraus entsteht eine Prioritätenliste. Für jede Priorität eine eigene Seite. Google wendet sich ausdrücklich gegen im Wesentlichen ähnliche Seiten ohne eigenen Wert und gegen massenhaft generierte Seiten, die nur für Suchmaschinen gebaut wurden. Quelle: Google Search Central, Spamrichtlinien. Lieber fünf starke Leistungsseiten als zwanzig, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden.

Einsatzgebiet: deine Region ehrlich zeigen

Viele Handwerksbetriebe arbeiten in einem klar begrenzten Einzugsgebiet, und genau das gehört auf die Website. Fehlt das Einsatzgebiet, erhalten du und deine Kunden unpassende Anfragen: Interessenten aus Kiel für einen Betrieb in Eutin, Anfragen für Vorhaben, die du bewusst nicht mehr annimmst. Ein klares Einsatzgebiet ist deshalb kein Marketing-Sonderfall, sondern ein Filter, der Zeit spart.

Die einfachste und ehrlichste Form ist eine eigene Seite „Einsatzgebiet“ mit den Orten und Gebieten, in denen du tatsächlich arbeitest, plus einer kurzen Erklärung der Grenzen. Reine Gebäudereinigung vielleicht nur in einem Umkreis von 30 Kilometern, große Projekte auch darüber hinaus. Solche Differenzierungen beantworten die Frage eines Interessenten präziser als eine allgemeine Sammelseite. Google beschreibt lokale Suchergebnisse als Zusammenspiel von Relevanz, Entfernung und Bekanntheit und empfiehlt vollständige, korrekte Unternehmensinformationen. Quelle: Google Unternehmensprofil-Hilfe. Deine Region gehört also auch in dein Unternehmensprofil und muss mit der Website übereinstimmen.

Der Irrtum mit den Ortssseiten:

Für jede Stadt eine fast gleiche Seite zu bauen, ist kein Lokal-SEO. Google nennt solche Sammlungen ausdrücklich ein Beispiel für Brückenseiten-Missbrauch und für überflüssige Keywords: Seiten für Regionen und Städte, die alle auf dasselbe führen, und Textblöcke mit Ortsnamen ohne echten Inhalt. [Quelle: Google Spamrichtlinien](https://developers.google.com/search/docs/essentials/spam-policies).

Eine eigene Seite für einen einzelnen Ort ist nur dann seriös, wenn du für diesen Ort echte Inhalte hast: ein Projekt dort, eine bestimmte Zusammenarbeit, ein lokales Detail. Sonst reicht die Nennung des Ortes auf der Einsatzgebiet-Seite und im Text der passenden Leistungsseiten. Das klingt nach weniger Sichtbarkeit, ist aber mehr Wirkung: drei gut passende Anfragen aus deinem echten Gebiet sind mehr wert als dreißig aus ganz Schleswig-Holstein.

Referenzen und Projektberichte: Belege statt Behauptungen

Referenzen sind der Teil einer Handwerker-Website, an dem Interessenten tatsächlich glauben oder zweifeln. Drei Fotos in einer Galerie ohne Beschreibung beweisen nichts. Ein echter Projektbericht beweist alles: Ausgangslage, Lösung, Besonderheit, Ort, ungefährer Zeitrahmen. Google empfiehlt als Vertrauenssignal Nachweise der verrichteten Arbeit, zum Beispiel Fotos, und Inhalte, die erkennbar auf eigener Erfahrung beruhen. Quelle: Google Search Central, hilfreiche Inhalte.

Baue Referenzen zweistufig auf. Eine Übersichtsseite zeigt die Bandbreite deiner Arbeit in Kategorien, etwa nach Gewerk oder Gebäudetyp. Jede Referenz darunter ist ein eigener, kurzer Projektbericht mit Vorher- und Nachher-Bildern, drei bis fünf Sätzen zur Aufgabe und Lösung sowie der Ortsangabe. Die Ortsangabe erledigt dabei gleich einen Teil deiner Regionsarbeit aus dem vorherigen Abschnitt: Wer drei Badsanierungen in Timmendorfer Strand dokumentiert, braucht keine kopierte Ortssseite für Timmendorfer Strand.

Zwei Regeln halten dich aus Schwierigkeiten. Erstens: Veröffentliche Projekte nur mit Erlaubnis der Kunden, und frage besonders bei sichtbaren Fassaden und privaten Räumen nach. Kundennamen und Adressen sind selten nötig, ein Ort reicht meist. Zweitens: Beschreibe ehrlich, auch Grenzen. Ein Bericht, der eine Komplikation und ihre Lösung schildert, wirkt glaubwürdiger als zehn Hochglanzfolgen. Bewertungen ergänzen das Bild. Google nennt positive Rezensionen und hilfreiche Antworten auf Rezensionen als Faktoren, durch die ein Betrieb in lokalen Ergebnissen auffallen kann. Quelle: Google Unternehmensprofil-Hilfe. Verlinke von deiner Referenzübersicht auf dein Unternehmensprofil, wo Bewertungen gesammelt werden.

Illustration: Eine Hand fotografiert mit dem Smartphone die Details einer gefliesten Dusche und ihrer Armatur
Details und Ausführung festhalten: So entsteht Material für einen nachvollziehbaren Projektbericht. KI-Illustration, kein reales Kundenprojekt.

Über uns und Team: Gesichter statt Floskeln

Die Über-uns-Seite gehört zu den meistgelesenen Seiten lokaler Websites, und trotzdem behandeln sie viele Betriebe wie einen Anhang. Dabei entscheidet sie mit, ob ein Interessent anruft. Menschen beauftragen Menschen. Wer auf dem Dach, im Bad oder an der Heizung arbeitet, kommt ins Haus. Dann wollen Kunden wissen, wer da kommt.

Eine starke Über-uns-Seite beantwortet konkret: Seit wann existiert der Betrieb und wer führt ihn? Welche Qualifikation steht dahinter, etwa Meisterbrief oder Eintragung? Wie groß ist das Team und wie ist es aufgestellt? Was macht der Betrieb im Alltag anders? Nenne Zahlen, die du belegen kannst, und verzichte auf Superlative. Google nennt als Vertrauenssignal ausdrücklich Hintergrundinformationen zum Autor oder zur Website, etwa Verweise auf eine Über-uns-Seite, und eindeutige Belege der Fachkompetenz. Quelle: Google Search Central, hilfreiche Inhalte.

Die Teamseite ist kein Pflichtteil, aber fast immer sinnvoll. Sie braucht keine professionellen Porträts jedes Mitarbeiters. Echte Fotos vom Arbeiten, ein Satz pro Person zu Aufgabe oder Ausbildungsjahr, ein Gruppenbild vom Jahresfest: Das genügt. Zuständigkeiten helfen ebenfalls: Wer ist Ansprechpartner für Anfragen, wer koordiniert Baustellen, wer macht die Angebote? Solche Angaben reduzieren Rückfragen und wirken organisiert. Wichtig ist die Abstimmung mit den Mitarbeitern, denn nicht jeder will mit Namen und Bild im Netz stehen. Kläre das im Team, bevor du veröffentlichst.

Vermeide die Umkehrung: Eine Teamseite ohne Über-uns-Seite ist eine Galerie ohne Kontext. Verlinke beide Seiten gegenseitig und verlinke von der Startseite aus den Vertrauensblock auf die Über-uns-Seite. So entsteht der kurze Weg für Besucher, die vor der Anfrage noch Sicherheit suchen.

Karriere: die zweite Zielgruppe deiner Website

Deine Website gewinnt nicht nur Kunden, sie muss auch Bewerber überzeugen. Das ist kein Nebeneffekt, sondern überlebenswichtig. Dem deutschen Handwerk fehlen nach Schätzung des Zentralverbands des Deutschen Handwerks rund 200.000 Fachkräfte. Ende Dezember 2025 waren bei der Bundesagentur für Arbeit 119.565 offene Stellen im Handwerk gemeldet, und weil viele Betriebe Stellen gar nicht melden, liegt die reale Lücke laut Verband höher. 2025 blieben zudem 16.213 Lehrstellen unbesetzt, das heißt, jeder neunte Ausbildungsplatz war vakant. Quelle: WiWo/dpa mit ZDH-Angaben.

Jeder Bewerber, der deinen Namen hört oder eine Stellenanzeige sieht, besucht zuerst deine Website. Findet er dort keine Karriereseite, bleibt nur die Kundenseite. Das ist ungefähr so, als würdest du einem Interessenten für eine Festanstellung deinen Warenkatalog zeigen. Die Karriereseite beantwortet die Fragen eines Bewerbers: Wen suchst du? Wie sieht die Arbeit aus? Was bietest du konkret? Und wie bewirbt man sich?

Konkret gehören auf die Karriereseite: die offenen Positionen oder Positionstypen, auch wenn gerade nichts frei ist, denn Gesellen suchen auch initiativ. Ausbildung mit echten Angaben zu Dauer, Inhalt und Ansprechpartner. Konkrete Arbeitsbedingungen wie Arbeitszeiten, Urlaub, Überstundenpraxis, Dienstwagen oder Weiterzahlung im Winter, soweit zutreffend. Ein paar Eindrücke vom Team und von echten Baustellen. Und ein kurzer Bewerbungsweg, der mit dem Smartphone funktioniert: kurze Nachricht mit Kontaktdaten reicht für den ersten Schritt, Anschreiben optional.

Ein Hinweis zur Ehrlichkeit: Zusagen, die du nicht halten kannst, rächen sich nach der Probezeit. Beschreibe den Betrieb, wie er ist, und gewinne die Menschen, die dazu passen. Das ist dasselbe Prinzip wie beim Einsatzgebiet: Ein klarer Filter spart allen Beteiligten Zeit und schützt deinen Ruf als Arbeitgeber.

FAQ: echte Kundenfragen, ehrlich beantwortet

Eine FAQ lohnt sich, aber nicht aus dem Grund, den viele Agenturen nennen. Wer dir ein „FAQ-Snippet in Google“ verspricht, ist nicht auf dem Stand. Google zeigt Rich-Suchergebnisse für Fragen und Antworten nur noch für bekannte, vertrauenswürdige Websites, die sich an Behörden richten oder gesundheitsbezogen sind. Deine Handwerker-Website gehört nach Googles eigenen Richtlinien nicht dazu. Quelle: Google Search Central, FAQ strukturierte Daten.

Der eigentliche Wert liegt woanders. Eine gepflegte FAQ liegt näher an der Sprache deiner Kunden als jede andere Seite, weil du ihre echten Fragen einsammelst. Quelle sind deine letzten hundert Kundenkontakte: Welche Fragen kamen am Telefon immer wieder? Was wurde vor der Beauftragung gefragt, was nach der Rechnung? Genau diese Fragen gehören auf die Website, mit ehrlichen, konkreten Antworten.

Die FAQ-Regel:

Eine Frage gehört nur auf die Website, wenn du sie mindestens einmal im Monat wirklich beantwortest. FAQ-Seiten wachsen sonst zu Friedhöfen für Suchbegriffe heran, die niemand nutzt.

Praktisch bewährt sich eine Aufteilung. Allgemeine Betriebsfragen, etwa zur Erreichbarkeit, zu Zahlungsarten oder zur Gewährleistung, leben auf einer zentralen FAQ-Seite. Fragen zu einer bestimmten Leistung, etwa „Wie lange dauert eine Neueindeckung?“ oder „Muss ich bei einer Badsanierung ausziehen?“, gehören auf die passende Leistungsseite. Google empfiehlt ohnehin, beim Schreiben die Begriffe zu erwarten, die Nutzer wirklich eingeben. Quelle: Google Search Central, SEO Starter Guide. Eine Frage als echte Überschrift auf der richtigen Leistungsseite bringt mehr passende Besucher als ein zentrares Fragenarchiv.

Kontakt: der kürzeste Weg zur Anfrage

Der Kontaktbereich entscheidet, ob aus Interesse eine Anfrage wird. Seine Aufgabe ist es, den Weg so kurz und so erwartbar wie möglich zu machen. Das heißt zuerst: ein Weg, der funktioniert. Ein Formular, das Nachrichten zuverlässig zustellt, eine Telefonnummer, die klickbar ist und wirklich jemanden erreicht, eine E-Mail-Adresse, die abgerufen wird. Kläre im Team, wer für eingehende Anfragen zuständig ist und innerhalb welcher Zeit geantwortet wird. Diese Antwortzeit gehört auf die Seite, denn sie verwandelt Unsicherheit in Erwartung: „Wir melden uns innerhalb eines Werktags.“

Das Formular selbst soll kurz sein. Name, Telefonnummer oder E-Mail, ein Feld für die Anfrage, optional die Leistung. Jedes weitere Feld senkt die Zahl der Absendeversuche. Technisch brauchen Felder Beschriftungen, die ihren Zweck klar beschreiben und eindeutig zugeordnet sind. Sichtbare Beschriftungen oberhalb der Felder helfen auf dem Smartphone, weil sie horizontales Scrollen vermeiden, und passende Feldtypen rufen die richtige Eingabetastatur auf. Die W3C Web Accessibility Initiative empfiehlt genau diese Praxis. Quelle: W3C WAI, Labeling Controls. Nach dem Absenden gehört eine Bestätigung auf die Seite und eine Bestätigungsmail, wenn du E-Mail-Adressen abfragst.

Illustriertes Smartphone-Formular mit den drei Feldern Name, E-Mail und Dein Anliegen sowie dem Button Anfrage senden
Wenige verständliche Felder reichen für den ersten Kontakt. Illustrativer Formularentwurf, keine reale Kundenwebsite.

Biete nur Kontaktwege an, die du wirklich pflegst. Eine WhatsApp-Nummer im Footer, die niemand liest, ein Google-Maps-Eintrag mit falschen Öffnungszeiten, ein Kontaktformular an drei Stellen: Das kostet mehr Vertrauen, als es bringt. Für Handwerksbetriebe funktioniert in der Regel diese Kombination: Anruf für Dringendes, Formular für Vorhaben mit Beschreibung, E-Mail für Dokumente. Auf dem Smartphone muss die Telefonnummer direkt wählbar sein, denn viele Anfragen entstehen abends auf dem Sofa, nicht am Schreibtisch.

Der Kontaktseite gehört auch die volle Anschrift, eine Karte bei echtem Betriebsstandort und ein Hinweis auf Erreichbarkeit, etwa Notdienst oder Sprechzeiten. Das Impressum ersetzt diese Angaben nicht, denn es ist rechtlicher Pflichtnachweis, kein Einladungsweg. Verlinke den Kontakt in der Hauptnavigation und wiederhole ihn am Ende jeder Leistungsseite. Je tiefer jemand liest, desto einfacher muss der nächste Schritt sein.

Impressum, Datenschutz und Barrierefreiheit: Pflichtseiten ohne Rätsel

Drei Seiten deiner Website haben keine Marketingaufgabe, aber Fehler dort kosten richtig Geld. Das Impressum ist für geschäftsmäßige digitale Dienste Pflicht und muss bestimmte Angaben ständig verfügbar halten: Name und Niederlassungsanschrift, bei juristischen Personen die Rechtsform und die Vertretungsberechtigten, Angaben, die eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme ermöglichen, einschließlich einer E-Mail-Adresse, zusätzlich Registerangaben mit Registernummer und, falls vorhanden, die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Alles muss leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar sein. Quelle: § 5 DDG. Praxistipp: Verlinke das Impressum im Footer, verbanne es aber nicht in ein sich öffnendes Fenster. Ein Klick muss genügen.

Die Datenschutzerklärung beschreibt, welche Daten deine Website verarbeitet, etwa bei Kontaktformularen, Analysewerkzeugen oder eingebetteten Karten. Sie muss zur technischen Realität deiner Website passen. Eine kopierte Standarderklärung von einer anderen Website passt nie. Das ist keine Rechtsberatung, sondern eine Beobachtung aus vielen Projektgesprächen: Lass die Erklärung von jemandem schreiben oder prüfen, der deine eingesetzten Werkzeuge kennt.

Beim Thema Barrierefreiheit ist die Rechtslage seit dem 28. Juni 2025 neu. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz ist seit diesem Datum in Kraft. Quelle: Bundesfachstelle Barrierefreiheit. Es gilt unter anderem für Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, die für Verbraucher erbracht werden, also etwa online buch- und abschließbare Angebote. Quelle: § 1 Abs. 3 Nr. 5 BFSG. Wichtig für kleine Betriebe: Die Barrierefreiheitsanforderungen gelten nicht für Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten oder erbringen. Quelle: § 3 Abs. 3 BFSG. Ob dein konkretes Angebot darunter fällt, klärt im Zweifel eine fachliche Prüfung. Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit bietet dafür FAQs und Beratungsangebote für Kleinstunternehmen.

Unabhängig von der Pflicht lohnt sich barrierearmes Bauen immer. Große gut lesbare Schriften, ausreichende Kontraste, beschreibende Alt-Texte für Bilder und bedienbare Formulare helfen älteren Kunden, die einen großen Teil des Handwerkspublikums ausmachen. Google empfiehlt Alt-Texte ausdrücklich auch für die Suche, weil sie Suchmaschinen und Screenreadern erklären, was ein Bild zeigt. Quelle: Google Search Central, SEO Starter Guide. Barrierefreiheit ist also kein Kostenfaktor, sondern Qualität für alle Besucher.

Was nicht auf deine Handwerker-Website gehört

Kürzen ist Teil der Strukturarbeit. Diese Inhalte kosten Vertrauen und Zeit:

  • Veraltete Neuigkeiten. Weihnachtsgrüße von 2023 als letzter News-Eintrag signalisieren: Hier kümmert sich niemand. Google rät, Inhalte aktuell zu halten oder nicht mehr relevante Inhalte zu löschen. Quelle: Google Search Central, SEO Starter Guide.
  • Kopierte Branchentexte. Dieselben Leistungstexte wie bei drei Wettbewerbern in der Region wirken austauschbar und verfehlen die Suchintention der Kunden.
  • Ortssseiten ohne Inhalt. Für zwanzig Orte eine Seite mit vertauschten Ortsnamen zu bauen, ist nach den Google-Spamrichtlinien Brückenseiten-Missbrauch, kein Lokal-SEO. Quelle: Google Search Central, Spamrichtlinien.
  • Stockfotos von fremden Teams und fremden Baustellen. Besucher erkennen gestellte Bilder, und spätestens beim ersten Telefonat fällt die Diskrepanz auf.
  • PDF-Preislisten und PDF-Leistungsverzeichnisse für Smartphone-Besucher. Eine PDF ist kein Webseitenersatz, sie lädt langsam und ist auf dem Handy schwer zu lesen.
  • Kontaktwege ohne Verantwortlichen. Ein drittes Formular, ein Faxanschluss, eine ungepflegte Facebook-Seite: Jeder Kanal ohne Zuständigkeit ist eine verlorene Anfrage.
  • Ein Blog ohne Betreiber. Unternehmensblogs sterben meist nach dem dritten Beitrag. Erst wenn jemand im Betrieb tatsächlich regelmäßig schreibt oder du das Redaktionsteam einkaufst, lohnt der Aufbau.

Die Frage bei jedem bestehenden Inhalt ist dieselbe: Welchen Entscheidungsfortschritt bringt dieser Inhalt einem Kunden oder Bewerber heute? Keine Antwort heißt löschen oder zusammenlegen. Das schrumpft die Website und macht sie gleichzeitig stärker.

Selbstcheck: Deine Seitenstruktur in 30 Minuten prüfen

Du brauchst dein Smartphone, dein Auftragsbuch und eine halbe Stunde Ruhe. Gehe so vor:

1. StartseiteGewerk, Region und nächster Schritt ohne Scrollen klar?
2. LeistungenIst dein wichtigster Auftragstyp eine eigene Seite wert?
3. RegionStimmt das Einsatzgebiet mit deinen echten Fahrwegen?
4. BelegeFindet ein Fremder in zwei Minuten ein echtes Projekt?
5. TeamWeiß ein Kunde, wer kommen wird?
6. KarriereFände ein Geselle hier drei Gründe, sich zu melden?
7. FragenStehen deine drei häufigsten Telefonfragen auf der passenden Seite?
8. KontaktFormulartest auf dem Smartphone bestanden?

Beginne auf dem Smartphone, nicht am Rechner, und öffne zuerst die Seite, die für deine wichtigste Leistung gefunden werden soll. Lass eine Person, die deinen Betrieb nicht kennt, fünf Sekunden auf die Seite schauen und frage sie: Was bieten wir an, für wen und wo? Muss sie scrollen, überlegen oder raten, hast du den ersten Engpass gefunden. Sende danach eine echte Testanfrage über jedes Formular und prüfe das Postfach und das Handy. Ein nicht zustellendes Formular wiegt schwerer als jede Designidee.

Trage dein Ergebnis in eine einfache Tabelle ein: Seite, Befund, Maßnahme. Eine Ampel reicht: rot heißt, die Seite verliert Interessenten oder Bewerber. Gelb heißt, vorhanden aber schwach belegt. Grün heißt, Aufgabe erfüllt. Arbeite die roten Punkte durch, bevor du an Farben, Logos oder neue Fotos denkst. Falls du unsicher bist, ob deine Website strukturell schwach ist oder nur in Details hakt, ist das genau die Frage für den kostenlosen Handwerker-Check am Ende dieses Artikels.

Vom Auftrag zur Seitenliste: So planst du richtig

Die Struktur entsteht aus deinem Geschäft, nicht aus einer Vorlage. Nimm ein Blatt und schreibe oben deine drei lukrativsten Auftragsarten der letzten zwei Jahre. Diese drei bekommen Leistungsseiten. Darunter notiere dein echtes Einsatzgebiet und fünf Projekte, die du beschreiben darfst. Daraus werden Einsatzgebiet-Seite und Referenzberichte. Notiere am Rand zusätzlich, wen du im nächsten Jahr einstellen willst: daraus wird die Karriereseite. Erst wenn diese Liste steht, spricht jemand über Design, Farben oder ein Headerbild.

Erst Inhalte, dann Gestaltung: Das ist auch eine Budgetfrage. Was du bei der Planung klärst, musst du später nicht teuer umbauen. Wenn du Unterstützung brauchst, beginnt eine Redcat-Website bei 2.500 Euro. Dieser Einstiegspreis ist unser Rahmen, kein Marktwert. Was eine Website bei dir konkret kostet, hängt von Seitenanzahl, Texten, Fotos und Funktionen ab. Eine erste Orientierung dazu haben wir im Artikel zu den Kosten einer Handwerker-Website zusammengestellt. Der Katalog der acht Seitentypen aus diesem Artikel hier ist gleichzeitig dein Briefing: Er zeigt deinem Anbieter, welche Seiten du erwartest und welche Aufgabe jede Seite hat. Auf unserer Seite zur Website für Handwerker findest du zusätzlich, wie wir diesen Aufbau für Gewerke umsetzen.

Der nächste Schritt: deine Seitenliste

Fasse das Ergebnis deines Selbstchecks in einer Liste zusammen: welche der acht Seitentypen hast du, welche fehlen, welche sind rot. Diese Liste ist der Anfang jeder Website-Entscheidung, ob Umbau oder Neubau. Wer dir ohne diese Liste ein Angebot macht, verkauft Seiten statt Ergebnisse.

Wenn du eine zweite Meinung zu deiner Liste möchtest, nutze den kostenlosen Handwerker-Check. Wir prüfen deine Struktur gegen den Musteraufbau, benennen die größte Lücke und sagen dir offen, ob einzelne Seiten ausreichen oder ein Neuaufbau wirtschaftlicher ist. Eine gute Handwerker-Website ist keine Designfrage. Sie ist eine gut sortierte Antworten-Sammlung auf die Fragen deiner Kunden und Bewerber.

Prüfe deine Website gegen den Musteraufbau

Im kostenlosen Handwerker-Check vergleichen wir deine Seitenstruktur mit den acht Seitentypen und nennen dir den sinnvollsten nächsten Schritt.

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Quellen und weiterführende Grundlagen